Versöhnung für den gestrigen Tag.

Start: 08h45 Ash Fork AZ
Ziel: Kingman AZ
Fahrzeit: 6h31
Ankunftszeit: 17h00 Kingman AZ
Gemachte KM pro Tag // Total:
-Old Boys: 176 / 176 // Xaver: 3’007 & Wolfgang: 2’013
-Young Boys: 176 // 4’574

Einmal mehr erwartete uns ein Prachtstag mit angenehmen Temperaturen, viel Sonnenschein und ja, am späteren Nachmittag mit viel Gegenwind.

Im gleichen Stil wie gestern, ging es heute Morgen weiter mit dem Frühstück in einem Café gleich beim Hotel. Eine sehr nette Dame bediente uns und wir genossen ein typisches US-Frühstück mit Eiern, Rösti, Tost, Schinken, Orangensaft und für Markus sein heiss geliebtes Oatmeal mit Rosinen und braunem Zucker. Mit einer solchen “Tankfüllung” kann nichts mehr schief gehen auf den ersten Stunden auf dem Radel.

Das erste Ziel war “Seligman”, eine Stadt, die als ganzes unter Heimatschutz steht und ein Denkmal der Route 66 ist. Die Landschaft ändert abermals den Charakter, weite Ebenen, es hat wieder Weiden mit Rinder und die Strasse kurvt wie eine Schlange um hohe rote Felsen herum und steigt stetig an, bis wir wieder auf knapp 1’700 MüM sind. Danach geht es runter via lange Geraden, die so traumhaft in die unendliche Landschaft gelegt sind. Wir sehen viele gelbe Blumensträucher, die umgeben sind von grösseren grünen Sträucher.

Bereits beim Einfahren in die Stadt merkten wir, dass Seligman eine Touristenattraktion ist und es im Gegensatz zu vielen anderen Städten, die von der I40 umfahren wurden und so quasi zum “Sterben verurteilt” worden sind, es geschafft hat, wieder wichtig zu werden. Auf jeden Fall sahen wir sehr viele Cars und fotografierende Touristen, doch keine anderen Velofahrer, die die Route 66 erobern wie wir.

Nach der kurzen Znünipause ging es los in Richtung “Peach Springs”, wo der nächste Rast geplant war. Es waren ja erst gut 40km auf dem Tacho und wir realisierten, dass es noch gut 130km sind bis ins Ziel und es doch bereits 11h00 war. Das hiess Kopf runter, aufreihen und full attack. Das Gelände war auch ideal, leicht abfallend, gute Strassen und etwas Rückenwind, so dass wir teilweise mit mehr als 40kmH fuhren. Es ist wieder eine unendliche Weite und die Strasse praktisch gerade, während vielen Kilometern. An viel “Leben” kommen wir nicht vorbei – es ist einfach nichts und es ist ein sehr gutes Gefühl zu wissen, dass der mobile Kiosk immer irgendwie in der Nähe ist oder zumindest angerufen werden kann.

Von “Peach Springs” sind es noch drei Stunden, dh. 75km bis nach Kingman. Vor uns am Horizont sehen wir eine Bergkette und aus den Reiseberichten von Dres Balmer wissen wir zum Glück, dass wir heute noch nicht darüber müssen – wir fahren nur entlang bis nach Kingman. An einer längeren Abfahrt passieren wir “Hackberry”, eine Tankstelle und Kneipe wie im Film. Neben den alten Zapfsäulen und alten Autos war gerade noch eine japanische Harley-Gruppe dort mit ihren grossen Maschinen. Wir liessen es uns nicht nehmen mit unseren Velos zwischen die Harleys zu stehen und Fotos zu machen, während uns die sich in Vollmontur befindlichen Japaner, skeptisch anschauten.

Nun stand das Finale an: 140km waren bereits absolviert, als sich unsere Strasse um einen Hügel wand und wir plötzlich im Wind standen, ich meine wirklich im Vollgegenwind und vor uns lag eine lange Gerade mit mehreren Geländewellen. Ist man auf einer Kuppe angelangt, sieht man in der Ferne dieser Wüste, am Ende der endlosen Gerade, Kingman. Diese Gerade ist mehr als 30km lang und zusammen mit dem immensen Gegenwind war das wieder einmal eine harte Prüfung für uns alle.

Mit dem Erreichen des Stadtrandes ist es aber noch nicht geschafft, da dieses Kingman wieder wie eine riesiger Fladen ist und die Ausdehnung über mehre Kilometer geht. Also heisst es noch einmal die Zähne zusammenbeissen, die letzten Tropfen aus den Bidons saugen und zum Endspurt ansetzen. Es war eigentlich eine super schöne Tour und wir sind auch on time angekommen, doch die zwei Stunden im Gegenwind und der Hitze hat einfach wieder einmal sehr viel Energie gekostet, so dass wir den Recoveryshake und das Siegerbier sehr genossen.

Am Abend stand der Besuch bei einem der lokalen Rotaryclubs (Kingman Route 66 Rotary Club Arizona) an, die uns zum Pastabuffet eingeladen haben. Im Vorfeld hat dies Heinz alles organisiert und uns so einen super Abend verschafft. In einer gemütlichen Runde genossen wir den sehr guten Wein, die Teigwaren und die spannenden Begegnungen. So wie es aussieht, werden wir auch in der lokalen Presse, dem “the standard” erwähnt werden. Es war ein cooler Abend und wieder ein Highlight unter vielen.

Fazit:
Landschaftlich wunderschön. Touristenattraktion erlebt. Gerade ohne Ende und erst noch mit Gegenwind. Rotaryabend.

Movie = Downhill on our way to KINGMAN (AZ)

Vier Ostschweizer radeln 4000 bis 6000 Kilometer für einen guten Zweck quer durch die USA.
Bote vom Untersee und Rhein, Freitag, 28. September 2012 | Eine andere US-Tour der Schweizer «Velo-Köche» (pdf)

Der “Autobahntag – 140 km” – mit der längsten Abfahrt”

Start: 08h30 Winslow AZ
Ziel: Ash Fork AZ
Fahrzeit: 6h30
Ankunftszeit: 16h30 Ash Fork AZ
Gemachte KM pro Tag // Total:
-Old Boys: 175 / 175 // Xaver: 2’831 & Wolfgang: 1’837
-Young Boys: 175 // 4’398

08h30: Befehlsausgabe vom CTO: heute sind gut 175km auf dem Programm und wir sollten um 17h00 am Ziel sein, leider stehen etwas viele Autobahnkilometer an und es sind nur noch 8 riding days – let’s get the job done – huuuuhaaaa!

Freundlicherweise durfte ich gerade die erste Ablösung übernehmen, also full attack – was wir haben, das haben wir und auf der I40 rollt es sich ja einfach. Nach 20km liess ich dem CTO den Vortritt und der lachte mich nur an und fragte mich, was ich den gestern gegessen habe….

Km37: ein rotes Schild kündigte “uneven lane” an. Wir dachten uns nichts dabei, doch das änderte sich abrupt, denn was ich uns nun präsentierte war der absolute Absteller oder noch besser gesagt: SCHÜTTLER! Damit Ihr Leser eine Vorstellung habt, was uns erwartete, habe wir Euch ein Foto angehängt und hier noch die Beschreibung: der alte Teer wird aufgerauht mit einer Maschine und hinterlässt ungleiche Furchen, die der bedauernswerte Velofahrer wie eine Röstiraffel erlebt. Und jetzt sind wir in den USA, da wird mit der grossen Kelle angerichtet, nicht nur die Portionen sind sehr gross, auch die Baustellen sind riesig – in unserem Falle waren es 12km. Ich hatte immer Verbarmen mit den Velorennfahrerer, die Paris – Roubaix mit den Pavetabschnitten fahren, doch richtig vorstellen konnte ich mir nie was diese Krieger aushalten müssen, doch nach dem heutigen Tag? Different Story! Es war ein Höllenritt und es gab keine Möglichkeit dem auszuweichen, denn neben uns rauschten die Kollegen mit den LKWs vorbei. Der pure Schuettelbecher – keine Zeit die Landschaft oder irgend etwas zu geniessen, nur der reine Kampf mit der Strasse, dem Halten der Lenkstange und dem Abfedern der unzähligen Schlägen. Das waren mitunter die längsten 12km meines Lebens – das an einem Sonntag.

Exit 211 war unser Ziel und schon lange habe ich und sicher auch meine Kollegen, so darauf geplangt – doch wir waren noch weit weg. Die Strasse hatte noch eine weiter Prüfung für uns parat – die Querrinnen, die alle 5m da waren. “Padampadam (Vor-/Hinderrad fährt darüber)- drei Sekunden Pause und wieder padampadam – keine Zeit der Erholung – nur Schmerz. Xavi meinte lakonisch: “we work hard for the money”. Ich versuchte mich abzulenken mit dem Zählen der Meilentafeln und betteln, doch es funktionierte nicht optimal. Dann kam er, der Exit 211 – die Erlösung! Das fiese ist jeweils, dass vor der Ausfahrt die Strasse immer wunderbar wird, als ob die Strassenbauer die Befahrer wieder versöhnen wollten und so eine Einladung für den nächsten Besuch aussprechen – als ob man eine Wahl hätte!?

Km 67 Winoma – “Znünipause” – der ganze Körper scheint zu vibrieren und noch weiter zu fahren. Es dauert gut 10 Min, bis der Körper wieder im Normalmodus ist, doch die Schmerzen im Gesäss bleiben. Zum Glück sind wir bereits alles stolze Väter, denn nach heute bin ich nicht sicher ob das noch funktioniert ;-)

Bisher sind wir durch Steppen gefahren und nun fahren wir auf einer verkehrsarmen Strasse, daneben leuchtet das grüne Gras und stolze Nadelbäume ragen in den Himmel und die Waldluft duftet würzig. Es hat etwas vom Ofenpass im Engadin.

Unsere Freundin habe ich ganz vergessen: die Pannenhexe – bei km 78 hatte ich wieder einen Plattfuss, zur Abwechslung am Vorderrad. Gleichzeitig erwischte es auch Wolfgang mit dem Hinterrad. Da ich ja bekannt bin, dass ich die Pannen plane, war Heinz bereits wieder am Warten, so dass der Räderwechsel sehr schnell ging und wir weiter konnten. Wolfgang nutzte die Gelegenheit um die “grossen Waffen” aufzuziehen: die Räder der Edelmarke “Meilenstein”, die er vom amtierenden Weltmeister Ralph Näf erhalten hat.

Bald erreichten wir “Flagstaff” und der Höhenmeter zeigte zwischenzeitlich wieder 2’270 MüM an. Wir sind nun also seit gut einer Woche im “Höhentrainingslager”, denn wir sind immer zwischen 1’600 und knapp 2’300 MüM – man merkt es einfach nicht so richtig.

Und da war es zum erstenmal angeschrieben: Los Angeles 487 Meilen – wir sind wirklich bald am Ziel.

Km 122 / 14h30 Mittagspause – endlich, denn wir waren doch sehr gefordert gewesen. Bis ins Ziel waren nun nur noch 50km oder gut zwei Fahrstunden auf dem Programm.

Jemand hat uns doch gerne, denn die grosse Überraschung vom Tag war eine Abfahrt von 15km Länge, die uns mit 40 – 60kmH ins Ziel rollen lies. So ring haben wir uns ganz selten verschoben – man könnte sich daran gewöhnen.

Ash Fork ist ein verschlafenes kleines Nest mit nicht einmal 500 Einwohner, doch für uns ist es wie ein Paradies. Unser Hotel hat etwas mexikanisches, ist spartanisch, doch hat ein sehr sympathisches Cachet. Wir waren bereits um 16h30 vor Ort und hatten nun sehr viel Zeit. Wir sassen zusammen im Patio, genossen das Siegerbier. Heinz spielte für uns die Mandoline und kreierte zusammen mit der untergehenden Sonne einen unvergesslichen Abend.

In solchen kleinen Orten ist die Foodbeschaffung immer wieder eine Herausforderung, doch Tankstellen sei dank. Wir bestellten Pizzas und assen zusammen im Camper. Was für eine romantische Sache – Pizzas auf Kartonteller, Rotwein von Arizona und das alles um einen viel zu kleinen Tisch im Camper, doch alle fanden es super. Jetzt sitzen wir noch vor dem Hotel, es ist erst 21h00 und ich geniesse noch eine ganz spezielle Zigarre, denn der Blog ist fast fertig – könnte ein Rekord sein – was für eine Entschädigung für den gestrigen Frust? Jetzt nur keine falschen Tasten drucken……

Fazit:
Das Autobahnfahren und die herausfordernden Strassen haben uns Demut gelehrt. Es muss nicht immer Kaviar sein!

PS
Eine Geheimwaffe von “Blümchen” für unsere Old Boys: Fussspray von Thalgo! Darum können die beiden in den Aufstiegen auch immer wieder wie Bergziegen angreifen……

Movie = Heinz plays his mandoline

Viele Materialdefekte – traumhafte Landschaften

Start: 08h30 Chambers AZ
Ziel: Winslow AZ
Fahrzeit: 6h57
Ankunftszeit: 18h15 Winslow
Gemachte KM pro Tag // Total:
-Old Boys: 177 / 112 // Xaver: 2’656 & Wolfgang: 1’662
-Young Boys: 177 // 4’223

Obwohl unser Hotel direkt neben der Autobahn und der Eisenbahnlinie stand, haben wir alle sehr gut geschlafen, denn der gestrige, harte Arbeitstag hat doch sehr viel Energie gekostet.

Leider mussten wir heute direkt wieder auf die I40 und knapp 30km bis zum Exit 311 fahren. Wir waren flott unterwegs, da es leicht abwärts ging, bis es beim Hinterrad von Markus einen Knall gab und es ihm eine Speiche lupfte. Via “Hotline” riefen wir Heinz an, damit er uns einmal mehr retten konnte. Da sassen wir nach 18km am Sandbord der Autobahn und schauten den vorbeirauschenden Lastwagen und Autos zu. Die gute Nachricht ist, dass ich nun wieder im Rennen bin im “long distance” Materialwettkampf.

Wir kamen zum Exit 311 und dieser war für Autos gesperrt, da ein Camper die Ausfahrt nicht richtig erwischt hatte und nun quer, als Totalschaden, auf der Seite lag. Mit den Velos kamen wir sehr gut vorbei und konnten so in die neue, andere Welt der “Painted Desert” – einem Nationalpark, eintauchen.

Was uns nun erwartete beschreibt Dres Balmer in seinem Buch “Route 66″ wie folgt: “Die Felsen sind rund, die Mulden weich geformt, wegen des Lichts nimmt man die Tiefe des Raums nicht nur mit den Augen, sondern fast körperlich wahr. Die Farben spielen zwischen Silber, Braun und Rostrot. Es ist eine Bilderorgie, eine Fotoorgie.”

Eigentlich ist es für uns ein Umweg von mehr als 40km, doch in Anbetracht, was wir hier einmaliges sehen, sind wir sehr gerne bereit das in Kauf zu nehmen. Mit dem Velo nimmt man diese Landschaft und Stimmung noch viel intensiver wahr. Wir fühlen uns fast wie Touristen und geniessen das sehr. Es liegt eine angenehme Stille über diesem Gebiet, nicht mehr das Vorbeirauschen der Lastwagen und der Autos, wie auf der I40. Die Strasse ist in einem super Zustand, so dass wir nur so dahingleiten, resp. dahinschweben.

Nach ca. 20 Meilen erreichen wir den “Petrified Forest”. Vor Urzeiten sind da Bäume in den Fluten versunken und dann im Salzwasser zu Steinen geworden. Diese versteinerten Baumstämme liegen nun herum und verzaubern uns. Es ist eine schiere Pracht, die sich uns in diesem Nationalpark präsentiert. Wir alle saugen diese Eindrücke wie Schwämme auf, nur dass wir diesen Schwamm nie mehr ausdrücken werden.

Unser Tacho zeigt nach dem Nationalpark 85km und der Mittagsrast ist bei km 112, in Holbrook angesetzt. Sehr schnell werden wir wieder in den Veloalltag zurück geholt: Strassen ohne Horizont, Wind, 31Grad und ganz schlechte Strassen, die uns so richtig durchschüttelten. Es ging noch leicht abwärts und das ist kein Vorteil, denn so sind die Schläge noch intensiver. Wir waren alle sehr, sehr froh in Holbrook anzukommen und die leeren Tanks im McDonalds wieder zu füllen, war es doch mittlerweile bereits 15h00. Vor der wohlverdienten Stärkung galt es aber wieder das Hinterrad von Markus, dass er in Albuquerque reparieren liess, aus zu wechseln, denn es drohte wieder zu blockieren. Der Velomech war also eine Flasche, denn das Rad hat nicht einmal 500km geschafft. Nun fährt der gute Markus mit einem Hinterrad von mir und das wird mir in der Gesamtwertung für den “long distance” Materialwettkampf, ganz wichtige Punkte einbringen. Markus macht mich aber auch darauf aufmerksam, dass es sicher erwähnenswert ist, dass er bis jetzt noch keinen Plattfuss gehabt hat. Jetzt darf aber nichts mehr passieren, denn so langsam aber sicher gehen uns die Hinterräder aus und da morgen Sonntag ist, können wir die Reparaturen erst in Kingman machen lassen – drückt uns die Daumen!

Es waren noch 60km bis nach Winslow, unserem Etappenzielort. Wieder war die Autobahn angesagt, da es sonst keine Alternativen gab. Leider war der Belag auf der “shoulder” wieder so, wie bei uns nach einer “Rollsplittbehandlung” – also rauh, voller Schläge und langsam. Kopf runter und pedalen, nicht studieren, den “Schuettelbecher” klaglos ertragen und stumm die Meilenschilder zählen.

Km 148 und nun war Xaver an der Reihe mit seinem ersten Plattfuss: Vorderrad. Solche Pannen haben wir mittlerweile sehr gut im Griff und im Nu ist ein Ersatzschlauch aufgezogen und die Fahrt kann weiter gehen. Das Unangenehme ist einfach, wenn das auf der Autobahn passiert und bei der Reparatur ständig diese grossen Lastwagen an einem vorbei donnern.

Kurz vor der Dunkelheit verliessen wir die I40 und fuhren gemütlich durch Winslow unserem Ziel, dem Hotel “Americas Best Value Inn”, entgegen und erreichten es um 18h15.

Einmal mehr war es ein langer und intensiver Tag. Markus und ich sind nun bereits 4 Wochen unterwegs. Intensiv war es nicht nur körperlich, auch emotional war der Besuch und Umweg via Nationalpark ein absoluter Highlight.

Fazit:
Painted Dessert und Petrified Forest haben einen nachhaltigen Eindruck bei uns hinterlassen. Der “long distance” Materialwettkampf ist neu lanciert. Strassenqualität hat uns zusätzlich gefordert.

PS. Ich hatte noch meinen ganz persönlichen super Ärger, denn ich hatte den ganzen Blog fertig geschrieben, als ich diesen durch ein Unkonzentriertheit wieder ganz löschte, das nach einer Stunde Arbeit. Super, als ob Schlaf für mich nicht wichtig ist, denn es nun bereits wieder 00h30.

Movie = Iceman & Banana Xävi Dance

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Der Bundesstaat New Mexico ist durchquert. Pannen kann man planen.

Start: 08h30 Grants NM
Ziel: Chambers AZ
Fahrzeit: 7h36
Ankunftszeit: 18h15 Chambers (durch neu Zeitzone erst 17h15)
Gemachte KM pro Tag // Total:
-Old Boys: 184 / 184 // Xaver: 2’479 & Wolfgang: 1’550
-Young Boys: 184 // 4’044

Markus lieblings Bundesstaat New Mexiko haben wir heute so gegen 16h00 fertig durchquert: 718km und 4’035hm und sind nun in Arizona.

Der Morgen präsentierte sich einmal mehr von seiner besten Seite, super Licht, angenehme Frische, noch kein Wind und viel Sonnenschein. Wolfgang ist heute auch wieder zur Crew gestossen und wir waren froh, denn er konnte uns im wieder auffrischenden Wind mit seinen Ablösungen unterstützen.

Den ganzen Tag folgten wir neben der I40 der Eisenbahnlinie. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie soviele Güterzüge gesehen, wie heute den ganzen Tag. Bis zu vier Dieselloks ziehen über 120 Wagons (Xaver hat einmal gezählt), die mit ein, bis zwei grossen Container beladen sind. Es ist wie ein langer Tatzelwurm, der gemächlich durch die wunderschöne Landschaft schlängelt. Wenn der Lokfuehrerer an uns vorbeifuhr, winkten wir ihm und nicht selten gruesste er uns mit seinem Horn zurück.

Es ging nicht sehr lange und der Wind stellte wieder an und blies uns von Elfuhr voll entgegen (viel dümmer kann es nicht sein). Was uns veranlasste im so genanten “belgischen Kreisel” zu fahren, dh. zwei fahren leicht versetzt nebeneinander und dahinter sind die beiden anderen und beim Wechsel verschiebt sich alles im Gegenuhrzeigersinn.

Bei Km 55 wartete Heinz mit dem Camper und genau beim Vorbeifahren stellte ich fest, dass mir am Hinterrad eine Speiche gebrochen ist. Zum Gluck konnten wir einfach schnell das Hinterrad wechseln und weiter ging es. Natürlich konnte es sich Markus nicht verkneifen zu erwähnen, dass ich nun den “long distance” Wettkampf wohl ganz verloren habe.

So fuhren wir langsam aber sicher aufwärts und erreichten gegen Mittag den Continental Divide, die Wasserscheide zwischen Pazifik und Atlantik. Dort trafen wir auch Werner, der alleine mit seinem Mountainbike unterwegs ist, während seine Frau jeweils mit dem Camper vorausfährt. Zu Werners 66. Geburtstag hat ihm seine Frau die Veloreise auf der Route 66 geschenkt. Sie wohnen in San Jose und sind ursprünglich aus Deutschland. Zusammen machten wir Fotos und verbrachten eine kurze Zeit im Camper, bei Muffinessen und Colatrinken. Gegensätzlicher konnten wir nicht aussehen, da die vier Herren im Velodress und da der “alte Herr” in den “Heilandsandalen”, einem Rucksack und kurzen Shorts.

Wir wollten gerade Abfahren, als ich bemerkte, dass ich nun am Hinterrad auch noch einen Plattfuss habe, so ein Sche…! Es lag am Ventil und darum musste ein neuer Schlauch rein, bevor es auf die I40 ging. Wie man sieht kann man Pannen auch “planen” – zweimal hatte ich etwas und jedesmal war Heinz gerade vor Ort – Zufall?

Dres Balmer warnt in seinem Buch von der schlechten Qualität des Pannenstreifens auf der I40, der in den USA auch als “shoulder” bezeichnet wird. Ehrlich gesagt erwarteten wir es nicht so schlimm, denn bereits bei anderen Teilstücken hat Dres Balmer im Buch gewarnt und wir haben es dann ganz harmlos erlebt. Doch diesmal stimmte es ganz genau und wir waren durch den Dreck (Pneueteile, Abfälle), das Kies und der Enge sehr stark gefordert. Teilweise war das zu befahrende Teil zwischen der weissen Linie (Trennung zur Autobahn) und dem Dreck nur knapp 40cm breit. Gleichzeitig rauschten an uns die bekannten Lastwagen vorbei. Wir waren alle sehr froh als wir wieder auf der frontage road waren.

Gegen 13h30 (km 110) erreichten wir Gallup und im Camper gab es zum Mittagessen die Pizzaresten von gestern. Unsere beiden Chefs, die sonst in ihrer Küche keinen Mikrowellen benutzen, waren gerade etwas gefordert….

Der Schlussspurt über 74 brachte uns via Bundesstaatsgrenze nach “Champers” in Arizona. Es war eine lange und intensive Etappe (wegen dem einmal mehr vielen Gegenwind), die uns aber unserem Ziel: “Kingman” (wollen wir am Montagabend erreichen) einen grossen Schritt näher gebracht hat. Unser Hotel liegt einmal mehr in the middle of nowhere, doch das macht überhaupt nichts, denn wir sind alle müde – Gesamtmuede. Die gute Nachricht: wir haben wieder eine Stunde “gewonnen”, da wir eine weitere Zeitzone erreicht haben.

Noch ein Gedanken zum Schluss. Gestern habe ich über die Versöhnung mit dem Wind geschrieben. Das geht wirklich, wenn man die Gedanken auf Reisen schickt und den Körper einfach seinen Job machen lässt. Im Gegensatz zum hektischen Arbeitstag, haben wir das Privileg auf dieser Reise gedanklich zu agieren und nicht wie sonst üblich zu reagieren. Das eröffnet ganz neue Perspektiven.

Fazit:
Wir sind immer noch in der Lage, lange und intensive Etappen zu fahren. Pannen zum richtigen Zeitpunkt sind viel einfacher. Hohe Konzentration auf der “shoulder”. Arizona, der Bundesstaat mit dem Granc Canyon, ist erreicht.

Wind: full attack – viel Arbeit für wenig Ertrag! Indianer Reservat.

Start: 08h40 Albuquerque NM
Ziel: Grants NM
Fahrzeit: 5h46
Ankunftszeit: 15h00 Grants NM
Gemachte KM pro Tag // Total:
-Old Boys: 132 / 0 // Xaver: 2’295 & Wolfgang: 1’366
-Young Boys: 132 // 3’862

Aus der Stadt Albuquerque kamen wir eigentlich sehr gut und rasch, doch bis am Abend fuhren wir nicht weniger als viermal in eine Sackgasse rein und mussten wieder kehren. Leider blieb uns dann auch nichts anderes übrig, als auf die I40 zu gehen, um dort einige Kilometer ab zu spuhlen.

Heinz und Wolfgang mussten mit der Abfahrt zuwarten, da sie noch das Hinterrad von Markus aus dem Service holen mussten. Die Nabe vom Hinterrad war wieder defekt und musste repariert werden. Da der Bikeshop erst um 09h30 öffnete, konnten die beiden noch eine kleine Erkundungstour durch die historische Altstadt (350 Jahre alt) machen.

In der Zwischenzeit öffnete wohl der “Windchef” seinen Tagesbefehl und sah, dass heute full attack angesagt ist und das machte er von einer Minute auf die andere. Das standen wir wieder: voll im Wind und wir arbeiteten viel für wenig Ertrag. Während wir an guten Tagen unsere 5km Ablösungen mit wenig Aufwand nach gut 10 Minuten erledigt haben, dauerten sie heute fast doppelt so lange und jeder war froh wenn er links ausscheren konnte, um sich hinten wieder einzureihen.

Gegen den Wind kann man nicht gewinnen oder wie es Dres Balmer in seinem Buch “Route 66″ schreibt: “Man kann nichts gegen den Wind ausrichten, man muss mit ihm eine Lösung finden. Ist der Körper geübt, ist es bloss eine geistige Frage. Eine mentale, um das blöde Modewort zu gebrauchen.” Körperlich sind wir zum Glück in guter Form, ergo war es für uns drei eine mentale Geschichte, die jeder sehr gut löste, denn es wurde nie laut geflucht….

Geplant war eine Pause in “Cubero”, nach gut 110km. Wow waren wir froh, als wir den Camper nach 75km an der Seite stehen sahen – eine Oase! Kaum standen wir beim Camper, hielt ein Auto an und ein Indianer machte offensichtlich Heinz zum zweitenmal darauf aufmerksam, dass wir hier nicht halten dürfen, da wir hier im Indianer Reservat sind. Wir sahen zwar keine entsprechenden Tafeln oder Hinweise, doch es war uns klar, dass wir uns verschieben müssen. Auf der old Route 66 hielten wir gut 3km weiter wieder an und waren gerade am Sandwich essen, als wieder ein Indianer aus einem Auto ausstieg und uns nett, freundlich aber sehr bestimmt aufforderte noch weiter zu fahren. Offensichtlich war gerade eine religiöse Zeremonie im Gang (wir sahen zwar nichts, doch das sagte man uns zweimal) und es sei total verboten zu fotografieren oder zu filmen und wenn wir nicht innert 5 Minuten weg seien, dann würde der Sheriff vorbeikommen und unsere Kameras konfiszieren. Natürlich stiegen wir wieder ein und fuhren noch einmal 5km und waren dann wohl aus dem Indianerreservat. Das Ganze verwirrte und befremdete uns sehr, doch irgendwie können wir das auch nachvollziehen, denn die Geschichte ist alles andere als erfreulich für die Indianer. Wir sahen, wie sie in diesem Reservat wohnen und das hat nichts mit den schönen Einfamilienhäuser, mit dem schönen und gepflegten Rasen in bester Nachbarschaft zu tun. Es sind primär diese vorfabrizierten Fertighäuser, die irgendwo stehen und umgeben sind von Müll. Was ist aus den ehemals so stolzen Indianer geworden? Es tut mir in der Seele weh.

Nächstes Ziel war “Grants”, bei km 132, doch dazwischen lag ein intensiver Kampf mit dem Wind und der Hitze, die wieder bei 32 Grad war. Das gute am Wind ist, man empfindet die Hitze nicht so, doch gleichzeitig verliert man sehr viel Flüssigkeit und merkt es gar nicht, da die Haut immer trocken ist.

Einmal mehr sahen wir am Strassenrand ein ganz weiss angemaltes Velo stehen. Mittlerweile wissen wir, dass es sich dabei um ein Grab handelt, von einer Person, die auf dem Velo zu Tode gekommen ist. Trotz starkem Gegenwind, wird man dann für einen kurzen Augenblick besinnlich und gedenkt diesem Opfer.

Eigentlich hätten wir noch gut ein, zwei Stunden weiterfahren können, wenn uns auch der Wind etwas zugesetzt hatte, doch das nächste Hotel war nicht in unserer Reichweite. Also bezogen wir die Hotelzimmer im “Red Lion” in “Grants”.

Die Landschaft hat heute eine weitere Facette gezeigt: es wurde felsiger und die Felsen leuchten rot. Etwas weiter wurden die Felsen, das Gestein schwarz und man hatte das Gefühl über ein Lavafeld zu fahren, das “verziert” wurde mit gelben Pflanzen – traumhaft.

Typischer Ablauf nach Ankunft am Abend? Zufrieden, mit einem Grinsen im Gesicht, fahren wir jeweils am Abend vor dem Hotel vor und Heinz ist unser Empfangskomitee. Das Tageswerk auf dem Velo ist vollbracht und zuerst wird gefeiert. Die Velos werden abgestellt und wir gratulieren uns gegenseitig, dass wieder ein Tag unfallfrei vorbei gegangen ist und um das noch ganz zu besiegeln, stossen wir mit einem Bier an. Danach beginnt das Retablieren: Veloputzen, -oelen, -schmieren, Recoverydrink machen/trinken, Velokleider waschen und duschen.

Etwas ist uns mit den Velokleider aufgefallen und hat wahrscheinlich mit der Anpassung unserer Körper an die Herausforderung zu tun. In den ersten zwei, drei Tage hatten die Velokleider am Abend, die uns allen bekannte Duftnote und ein Waschen war zwingend. Wir schwitzen jetzt auch den ganzen Tag, doch das scheint ein anderer Schweiss zu sein, der nicht mehr streng riecht. Vielleicht trifft folgende These zu: In den ersten Tagen waren wir noch sehr nervös über das was uns erwartet und mit jedem Tag entwickelten wir mehr Vertrauen in unseren eigenen Körper und seine Leistungsfähigkeit und somit entsteht kein “Angst-/Respektschweiss” mehr, halt einfach nur noch Schweiss, der den Körper kühlt.

Nach den vielen guten Nachtessen in den guten Restaurants, war heute wieder einmal “Budgetkost” angesagt im Pizza Hut. Wir wollten alle ein Bier bestellen und da wollte man von uns allen eine “ID” (Pass oder Ausweis) sehen. Sehen wir wirklich nicht älter als 21 aus, wollten wir wissen? Kein Pardon – eine Dame und nur sie durfte unsere Ausweise a) kontrollieren und b) uns das Bier persönlich aushändigen. Ihr Leser könnt Euch ja sicher die Reaktion von unseren Old Boys vorstellen – der Restaurantwechsel war eine Variante, doch ich wollte eine Pizza und darum blieben alle.

Fazit:
Der Wind hat einmal mehr seinen Tribut einverlangt. Das Indianer Reservat hinterliess einen bleibenden Eindruck. Wir näheren uns dem höchsten Punkt der Route 66. Wir sehen wohl älter als 21 aus, doch ohne Ausweis glaubt man uns das nicht.

Movie = Drive out of Albuquerque

The wheels are rolling again! Super Abend in Albuquerque.

Start: 08h30 in Santa Fe NM
Ziel: Albuquerque NM
Fahrzeit: 4h35
Ankunftszeit: 15h00 Albuquerque NM
Gemachte KM pro Tag // Total:
-Old Boys: 119 / 0 // Xaver: 2’163 & Wolfgang: 1’366
-Young Boys: 119 // 3’730

Wehmütig machten wir uns auf den Weg in Richtung Albuquerque, den Santa Fe hat bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die ersten 20km gingen vorbei wie im Flug, den es ging immer leicht bergab – kein Wunder wenn man auf 2’230 startet. Immer wieder schauten wir zurück nach Santa Fe – what a great City.

Die Stimmung unter uns drei war super und wir waren am plaudern und fuhren auf dem Pannenstreifen nebeneinander – geht ja viel besser zum plaudern. Plötzlich hörten wir jemand durch einen Lautsprecher – es war der Sheriff in seinem Auto, der uns auf eine nette aber bestimmte Art darauf aufmerksam machte, dass hintereinander viel besser ist als nebeneinander. Gesagt, getan, bis der Sheriff ausser Sichtweite war….

Die Landschaft (eine Rückkehr in die Wüste) war wieder super und wir “chillten” so durch die Gegend bis wir “Cerrillos” auf der Route 14 erreichten. Wir hatten ja keinen Zeitdruck und so stellten wir den Blinker und fuhren ins Dorf rein. Da ist nicht wirklich viel, ausser ein paar alten Häuser und einigen Tafeln, die einem mitteilen, dass hier Geschichte geschrieben worden ist, von was auch immer. Wir kamen in die Dorfmitte und da war ein Teil so wunderbar “hergerichtet” und es stellte sich heraus, dass hier ein Film gedreht wird: “With the Millers” in der Hauptrolle Jenifer Aniston. Leider haben wir die Filmerei mit ihr um gut eine Stunde verpasst. Also fuhren wir noch etwas im Dorf herum und näherten uns einer Kirche, die Xaver anschauen wollte. Davor sass ein Mann, mit langen, schwarzen Haaren, dreitage Bart, verschlissenen Jeans, er hatte ein mexikanisches Aussehen und war am lesen. “Sind Sie der Priester?” war die Frage von Xaver. Er blickte kurz auf und sagte mit tiefer Stimme: “Nein ich spiele den betrunkenen Mexikaner im Film.” Und so entstand ein spannendes Gespräch. Nestor, so heisst er (leider weiss ich den Nachnamen nicht mehr), hat bereits in 25 Filmen mitgespielt und er spielt wegen seinem Aussehen immer der Bad Guy (z.B. “2 Guns”)

Das war ja super spannend, wie elektrisiert fuhren wir weiter und das war auch nötig, denn nun ging es wieder bergauf zum nächsten Highlight “Madrid”, eine Stadt in der sich ganz viele Läden mit Kunsthandwerk aneinanderreihen. Wir hatten einen super Groove und waren von diesem Anblick so in den Bann gezogen, dass wir unplanmaessig einen Kaffee/Teestopp einschalteten. In einem sehr gemütlichen Patio tranken wir unseren Kaffee/Tee und kamen mit einem der gut 300 “Outlaws” (so nennen sie sich in diesem Dorf) ins Gespräch. Weisses, zu einem Zopf zusammengebundenes Haar, alte Muetze auf dem Kopf und vermittelte den Eindruck von einem Hippie. Zu der aktuellen Politik hat er ein ganz besonderes Verhältnis und wir hatten den Eindruck, dass er überall eine Verschwörung vom Establishments sieht – spannend war es auf jeden Fall.

Mittlerweile waren wir wieder auf 1’770 MüM und kaum waren wir aus “Madrid” raus, stieg die Strasse wieder auf 2’120 MüM und so ging es uns noch zweimal. Die Aussicht war berauschend und schwer zu beschreiben. In der Luft lag ein Duft, wie im Buendnerland an einem warmen Tag im Herbst.

Zu unseren Füssen, auf 1’500 MüM, lag der riesige Fladen “Albaquerque” und wir bogen in die “Central Avenue” ein. Kaum zu glauben, doch diese sechsspurige Strasse führte praktisch ohne eine Kurve, während 15km durch diesen “Fladen”, bis vor unser Hotel, das wir um 15h00 erreichten. Das Thermometer zeigte wieder 36 Grad an – zum Glück konnten wir uns in unsere gekühlten Hotelzimmer zurückziehen.

Dank Stephen Oliver trafen wir Abrielle, die in Albuquerque wohnt, für die gleiche Firma arbeitet wie er und uns zum “Sandia Peak Tramway” (www.sandiapeak.com) führte, so dass wir einerseits den wunderschöneren Sonnenuntergang sehen konnten und andererseits auf die längste Seilbahn der Welt gehen konnten. Die Seilbahn, von Schweizern erbaut, führte uns auf fast 3’000 MüM und wir konnten auf das riesige Lichtermeer schauen (Albuquerque hat gut 1 Mio Einwohner).

Für das Nachtessen hatte Abrielle ein Restaurant ausgewählt, das sehr bekannt ist für “New Mexican Food” und eine typische Atmosphäre hat, das “El Pinto” (www.elpinto.com). Es war ein super Abend und der gute Stephen Oliver hat uns auch noch eingeladen zu diesem Fest. Thank you Stephen for the great evening and your invitation out of Boston – you are awesome. Thank you Abrielle for your help and the time you gave us.

Fazit:
Erlebnisreiche Etappe mit vielen neuen Eindrücken. Super Gastgeber in Albuquerque. Fast hatten wir es in einen Film geschafft…

Heading to Albuquerque (NM)

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Ruhetag in Santa Fe – bei 25 Grad und Sonnenschein! Was will man mehr als Radfahrer?

Start: Santa Fe NM
Ziel: Santa Fe NM
Fahrzeit: RUHETAG
Gemachte KM pro Tag // Total:
-Old Boys: 0 // Xaver: 2’044 & Wolfgang: 1’366
-Young Boys: 0 // 3’611

Es ist kaum zu glauben, da könnte man einmal ausschlafen, doch um 07h15 geht es bereits los – wir könnten ja etwas verpassen…

Die Young Boys machten sich auf die Suche nach einer Möglichkeit für eine Sportmassage, da unser Körper doch einige Spuren abbekommen haben in den vergangen drei Wochen. Zuerst galt es aber noch etwas administrativ tätig zu sein mit Mails beantworten und Zeitungen überfliegen. Um 08h30 brachen wir in Richtung Stadt auf und wer trafen wir im Pool? Der schwimmende Xavi, der seine “vielen” Muskeln auf seine Art lockerte. Es lag noch eine angenehme Frische in der Luft und die Sonne hatte ihr Tagewerk bereits intensiv begonnen.

Es ging nicht lange, hatten wir einen Massagetermin fixieren können und so hatten wir noch Zeit an der “Historic Plaza” ein gemütliches Frühstück zu geniessen. Was für ein Gefühl, einfach so zu sein und nicht auf den Sattel steigen zu müssen, abgesehen davon wäre das ja auch nicht gegangen, da unsere Velos ja im Service waren.

So schlenderten wir durch die Altstadt von Santa Fe und schauten uns die vielen Schaufenster und Geschäfter an. Die Sportmassagen taten uns beiden sehr gut, wenn wir uns beide auch beim Aufstehen noch viel älter und gebrechlicher fühlten. Wahrscheinlich haben wir uns so sehr entspannt, dass so alle Gebrechen hervortraten.

Auf dem Rückweg machten wir in einem Sockenladen halt. Beim Bezahlen kamen wir mit der Verkäuferin ins Gespräch und erzählten von “JMZ ” und sie war so begeistert, dass sie uns spontan eine Spende gab und eine Unterschrift von uns wollte. Diese Spontanität ist etwas, was wir sehr schätzen.

Wir Young Boys zogen uns dann an den Pool zurück zum Karten- und Emailschreiben. Zwischendurch gab es einen kleinen Schwumm zum abkühlen, denn es war super warm.

Die Old Boys und Heinz fuhren noch einmal zurück in den Park von “Pecos”, da sie diesen Kraftort noch einmal genauer anschauen und erleben wollten. Das “Georgia 0′Keeffe” Museum schauten sie auch noch an bevor es dann am Pool zum Apero ging.

Knapp vor der Tuerschliessung erreichten wir den Veloshop und Mike, der Mechaniker, händigte uns die Velos aus. Er hat einen super Job gemacht und die Velos wieder sehr gut in Schwung gebracht – er ist einfach ein Profi. So sind wir nun ready für die noch kommenden 11 Etappen bis Santa Monica.

Für das Nachtessen haben wir Young Boys ein ganz spezielles Restaurant gebucht: “www.restaurantmartinsantafe.com” – auf seiner Visitenkarte schreibt der Koch und Inhaber Gael Greene folgendes: “Great food is like great sex. The more you have the more you want”. Es kam noch besser, wir konnten draussen im Patio essen. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass es Oktober ist und wir auf 2’230 Meter sind. Unsere “Chefs” waren begeistert, vor allem auch der kurze Besuch in der Küche machte sie happy. Neben dem sehr guten Essen und dem super Wein (endlich konnte auch in dieser Sparte eine Restaurant erfüllen) planten wir den Rest der Reise.

Morgen fahren wir nach Albuquerque und werden uns mit Amerikaner treffen, die wir durch Stephen Oliver (war der Host von uns in Boston) kennen gelernt haben. Danach sind 6 Tage geplant bis nach Kingman und dann stehen drei Nächte im richtigen Las Vegas auf dem Programm. Vor dort sind es dann nur noch 4 Tage bis Los Angeles, unserem Ziel. Ja es neigt sich wirklich dem Ende zu, doch wir haben noch einiges vor uns und werden das auch geniessen.

Heute hatte ich auch Zeit einmal die Benutzerzahlen auf unserer Website: www.jedemeilezaehlt.ch an zu schauen. Der absolute Hammer: Im Durchschnitt schauen täglich rund 200 Leute auf die Seite und an einem Spitzentag waren es mehr als 400. Das macht uns natürlich sehr happy und verpflichtet. An dieser Stelle danken wir auch allen, die bereits einen oder mehrere Kommentare abgegeben haben, denn Stand heute sind es genau 112 – weiter so!

Dieser Ruhetag hat uns allen sehr gut getan, körperlich und mental. Die Batterien sind wieder voll und wir freuen uns auf Morgen, wenn es wieder weiter geht in Richtung Westen, dem Sonnenuntergang entgegen. Wolfgang wird vernünftigerweise morgen noch ein Ruhetag anhängen und mit Heinz für das Wohl der Truppe verantwortlich sein.

Fazit:
Sante Fe ist eine Reise wert. Ein Musterruhetag und jeder kam auf seine Kosten. We are ready for action.